Wie golft der Mai?

Also wirklich! Was ist das denn für ein Start in die Saison? Alle haben sich wochen- und monatelang wieder auf vernünftige Bedingungen gefreut und nun sowas. Feucht, kalt und windig wie an der schottischen Ostküste. Natürlich alles nur eine Frage der Einstellung, aber mal ehrlich… wenn man den Winter über durchspielt und als Ottonormalgolfer dick eingepackt die Gurkenergebnisse auf der Runde eher als mentales Verarbeitungstraining sieht, freut man sich doch auf vernünftige Bedingungen.

 

Ich liebe es, bei jedem Wetter auf dem Platz zu stehen und freue mich, wenn Fairways und Grüns nach langen Wochen immer besser spielbar werden. Doch wenn der Wind und die Feuchtigkeit ständig das Spiel beeinträchtigen, denkt man an die Bedingungen, die es schon einmal gab und wie man dort gespielt hat.

 

Im März hatte ich mein Trainingssystem Mission Possible wieder aktiviert, um Rückschlüsse aus den Rundenauswertungen zu erhalten und gezielte Verbesserungen anzugehen. Dies hat auch schon ganz gut geklappt und irgendwie jammere ich für mein Freizeitgolf ohne Training auf hohem Niveau. Schließlich gab es schon ein As, einige Birdies und viele Pars. Wenn da nicht die Situationen wären, in denen man einräumen muss, dass man sein Spiel nicht so zusammengehalten hat, wie man es sich vorgenommen hat.

 

Meine positiven Highlights sind, dass es auf den alten Baustellen vorwärts geht. Die Treffmomente mit den langen Eisen habe ich seit Herbst letzten Jahres nur auf den Trainingsrunden verfeinert. Dazu sei kurz erwähnt, dass ich absolut kein Range-Typ bin und ich mich auf Ranges nur einschlage, um den Körper warm zu bekommen. Ich brauche Rasen unter dem Ball und da gibt es bei mir leider keine Möglichkeit. Ich könnte woanders hinfahren, aber ich habe ja meinen Verstand und Mission Possible.  

 

Mein Eisenspiel kommt in die Richtung, wo ich es hinhaben will. Knackig getroffene Bälle, ordentlich gerade und ausreichend lang. Damit kann ich was anfangen. Die Drives sind momentan noch sehr tagesformabhängig. Dazu sei erwähnt, dass ich hier mit unterschiedlichen Setups arbeite, um verschiedene Situationen „driven“ zu können. Wer ausprobiert, dazu noch auf der Runde, muss Schwankungen und Fehlschläge hinnehmen. Da das Driverspiel seit zwei Jahren relativ konstant ist, kann ich eigentlich so weitermachen.

 

Schön ist auch, dass der Beginn mit meinen neuen Cleveland-Wedges ganz erfolgreich war und ich hier keinen speziellen Handlungsbedarf habe. Das Bunkerspiel ist besser geworden, jedoch immer von der Lage abhängig. Da muss ich bei schlechten Lagen noch einmal alles geben. Die Chips mit unterschiedlichen Flughöhen sind noch nicht da, wo ich sie gerne hätte. Sie sind nicht schlecht, aber noch nicht gut genug.

 

Ein Hauptproblem ist in diesen Tagen die Puttlänge. Aber ich weiß auch,  woran es liegt. Es ist ein Komponentenmix aus unterschiedlichen Grüngeschwindigkeiten, vernachlässigter Vorbereitung mit Einstieg in den „mentalen Tunnel“ und ein ständiges Probieren von Nuancen. Aber auch hier weiß ich, dass es mit besseren Bedingungen wieder in die richtige Richtung laufen wird.

 

Blöde ist, dass ich mir im April auf der Runde eine leichte Bänderdehnung im linken Knöchel zugezogen habe. Als Golfer spielt man da mit und ohne Bandage  ohne lange Pause weiter. So ein wenig merkt man immer noch davon und es nervt ein weinig. Gut ist, dass ich relativ gut damit Bälle schlagen kann, aber auf dem sehr unebenen Platz muss ich laufen wie auf rohen Eiern.

 

Ach, wie wird es schön, wenn angenehme Temperaturen wieder dazu führen, dass der Körper im leichten Polo-Hemd sich wieder besser bewegen kann. Die Bälle weiter fliegen und auf den Fairways nicht so schnell verdrecken und das Licht (sprich die warme Sonne) auch den mentalen Bereich unterstützt. Aber wisst ihr was? Ich denke, dass die Bedingungen ein ideales Training für die Golfreise nach Föhr gewesen sind.  In ein paar Tagen geht es los und natürlich werde ich davon gern berichten.

 

In diesem Sinne – bleibt immer am Ball und golf your life!

 

Cheers, Carsten  

 

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