Sommergolf

Im Juli stand mal wieder der Familienurlaub auf dem Programm. Für mich immer eine schöne Gelegenheit, neue Plätze in der Ferne zu entdecken oder bekannte und schöne Plätze zu spielen. Die erste Tour sollte in den hohen Norden gehen. Genauer gesagt in die holsteinische Schweiz. Lange hatte ich mich schon auf „Gut Waldshagen“ eingeschossen, aber dann meldete sich Martin aus Stralsund, der zu meiner Freude den nicht sehr kurzen Weg auf sich nahm, um mit mir zu spielen. Um ihm etwas entgegen zu kommen, einigten wir uns auf den GC Timmendorfer Strand. Zu meiner großen Freude entdeckte ich, dass nicht nur Paul Dyer seine Leadbetter-Golf-Academy dort hat, sondern, dass beide vorhandenen Plätze von Bernhard von Limburger entworfen worden sind.

 

Sehr genial! Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich dies zuvor nicht auf der Rechnung hatte, auch wenn ich ein bekennender Limmy-Fan bin. Glücklicher Zufall? Es sollte sich herausstellen. Als der Tag gekommen war fuhr ich schon mit viel Vorfreude los. Es hatte zwischendurch geregnet und sollte leider nochmal schauern. Martin war schon da - um den Tag zu nutzen spielte er am Vormittag den kleineren der beiden Plätze. Auf dem Parkplatz blickte ich auf mein Handy und erblickte etwas, was genau so schlimm sein muss wie Pokemon-Go. Platz gesperrt, informierte mich freundlicherweise Paul. Was nu?

 

Erst mal Kaffee trinken und persönlich kennenlernen. Die Anlage machte bis auf das Wetter einen super Eindruck! Aber wir wollten die Köpfe nicht in den Sand stecken und vergewisserten und erst mal im Office, ob noch eine Chance für den Tag bestand.  Als dies verneint wurde, suchten wir zunächst eine Alternative, die auch schnell gefunden wurde. Der Maritim Ostsee Golfpark hatte auf, lag in der Nähe  und war spielbereit.  Also schnell ins Auto und ab zum Platz. Nach der Anmeldung ging es dann schnell und ohne Range  auf den von Christoph Staedler  entworfenen Kurs. Ein feiner, aber relativ leicht zu spielender Kurs. Perfekt für die Urlaubsrunde! Langweilig war der Kurs aber trotzdem nicht, weil einige Elemente sehr schön zusammengefügt wurden und die Grüns es in sich hatten.

 

So gab es ein  Grün in Form eines auf dem Bauch liegenden U`s.  Klar, dass ich das Grün am unteren Ende traf und die Fahne am oberen Ende positioniert war. Dazwischen wuchs ein schönes Rough auf der Puttlinie.  Im TV nehmen die Pros bei sowas ein Lobwedge, aber ich bin kein Pro und wollte das Grün nicht unbedingt beschädigen. Also musste ein Kompromiss her. Mit Putter wurde ca. 6 m rechts der Fahne angehalten. Dort war das Vorgrün etwas geschnitten und der Ball konnte mit etwas Druck gespielt wieder auf das Grün hoppeln. Für ein  Par musste der Putt fallen, was leider nicht klappte. Egal. Dennoch eine schöne Spielsituation, die ich vorher noch nicht kannte.

Gegen Ende der Runde wurde das Spiel aufgrund des langen Regenschauers sowieso durchwachsen. Martin und ich hatten trotzdem Spaß, gerade weil man sich nach so langer Zeit in diesem Internetz endlich mal persönlich kennenlernen konnte. Das nächste mal hätte ich aber gerne schöneres Wetter und den GC Timmendorfer Strand gespielt J

 

Die nächste Tour führte mich nach Break zu hause wieder in den Norden. Nicht ganz so hoch, nur nach Norden. Bei der Stadt Norden liegt erst mal Norddeich mit einer schönen Adventuregolf-Anlage. Die Rund habe ich aus Zeitgründen nach 9 loch abbrechen müssen. Schade, weil es gerade nicht schlecht lief. Zwischen 2er und 6er Flights eingebettet lag ich -4 nach 9 Loch. Nicht schlecht, gerade wenn man mental dagegen ankämpfen muss, sich durch Wartezeiten nerven zu lassen. Der Platz den ich hier eigentlich spielen wollte lag in Lütetsburg, dort war weniger los.

 

Lütetsburg hatte ich vor Jahren schon einmal gespielt und in guter Erinnerung. Wer sich mit Design und Architekten etwas befasst, wird schnell merken, dass David Krause für den Platz verantwortlich ist, was man im Sekretariat aber nicht wusste. Lütetsburg hat einige Parallelen zu Winston Links, den David Krause auch gebaut hat. Mini-Winston war an einigen Stellen recht eng, ondoliert und neben den typischen flankierenden Aufwürfen mit einigem Wasser bestückt, welches aber nur selten (z.B. Bahn 7) direkt ins Spielgeschehen eingriff. Schön war, dass für schwere Löcher wie der 7 auch die defensive Spiellinie zur Verfügung stand. Der Zustand des 9-Lock Kurses war sehr in Ordnung. Grüns und Fairways waren gut geschnitten und selbst die Roughbereiche vor den begrenzenden Hügeln waren fair. Einige kniffelige Bereiche und geschützte Grüns brachten Spielspaß, ohne dass man verzweifeln musste.  

 

Dass man den Platz auf jeden Fall kennen sollte las sich an meinem Ergebnis ab, da ich die zweite 9 um einiges besser spielen konnte. Einen 9-Loch Kurzplatz konnte man auch noch wählen. Das Tagesgreenfee für die gesamte Anlage hätte es möglich gemacht, jedoch musste ich rechtzeitig zum Essen wieder am Urlaubsort sein. Das ist bei Familienurlauben gesünder J Unterm Strich eine tolle Anlage, wenn man in der Gegend Urlaub macht. Die Übungsbereiche sind bestens ausgestattet und die gesamte Anlage macht einen sympathischen Eindruck.  Wenn ich das nächste Mal in der Gegend Urlaub mache, brauche ich nicht lange überlegen.     

 

In diesem Sinne,

 

Cheers, Carsten