Mission possible.

 

Habt ihr schon mal von Mission Possible gehört? Das ist mein persönliches Projekt, welches ich in einem Anfall von Größenwahn aufgezogen habe. Ein Trainings- und Spielsystem, welches auf meine persönlichen Bedürfnisse abgestimmt ist und welches zur allgemeinen Verbesserung – im Rahmen meiner Möglichkeiten -  dienen soll.  Irgendwie hilft es auch sich dem Sinn des Spiels philosophisch zu nähern. Vielleicht meine ich das auch nur. Ich meine aber auch, dass es einige Leute gibt, die mit ähnlichen Rahmenbedingungen Golf spielen; vielleicht gehört ihr dazu?

 

 

Also, ich spiele Golf schon Jahrelang. Erst in der VCG, dann im Club. Früher hatte ich mal mehr Zeit, mich mit dem Training zu beschäftigen, um besser zu werden. Ich gebe zu, das Training war etwas unstrukturiert und aus der damaligen Situation (ohne festen Club und Spielmöglichkeit) heraus meine Alternative zum Spielbetrieb. Alle paar Wochen mal ein VcG-Turnier und gut. Heute sieht es etwas anders aus.

 

 

Mein Heimatclub ist keine 10 Minuten entfernt und verfügt über beste Möglichkeiten -  wenn man die Range mal weglässt. Unter bestimmten Umständen könnte man da dem Golfsport nach Belieben frönen. Die Umstände sind aber anders. Job und Familie nehmen den Zeitplan ganz schön ein. Da muss man sich absprechen, koordinieren und das Beste draus machen. So habe ich Eineinhalb Wochenrunden zur Verfügung, die  ich meiner Golfsucht zur Verfügung stellen kann. Was also tun?

 

 

Spielen! Und zwar ohne spezielles Training und mit Abstrichen in den sportlichen Möglichkeiten. Besonders im Frühling , Sommer Herbst heißt es ab auf den Platz, denn der Mitgliedsbeitrag muss sich ja auch rechnen. So ziehe ich seit Jahren mit meinem Golfbuddy regelmäßig über die Runden und spielt. Wie Ihr es vermutlich auch kennt, unterhält man sich nicht nur über die Touren, sondern auch über das eigene Spiel. Von der Materialkomponente, über Schwungtechnik, Regeln,  taktische  oder philosophische Elemente ist alles dabei.  Da man sich sehr gut kennt, sind gerade die kritischen Ansatzpunkte die besseren.

 

 

Irgendwann haben wir festgestellt, dass unser System gar nicht mal so schlecht ist und, wie wir als Spieler, noch mehr Potential in sich trägt. Ich habe dann irgendwann mal Lust gehabt, das System zu optimieren , auszubauen und schriftlich festzuhalten. Ein schöner Zeitvertreib ist es, sich auch außerhalb des Platzes mit der (fast) schönsten Nebenbeschäftigung der Welt auseinanderzusetzen. GolfYourLife halt. Da ich mich auch beruflich zu einem sehr strukturierten Typen entwickelt habe und die BWL-Elemente des Studiums nicht für „Noppes“ gelernt habe, war die Lösung schnell gefunden.

 

 

Der Organisationskreislauf. Beim Bund heißt er Führungsvorgang und woanders wohl dann nochmal anders, aber das Prinzip bleibt gleich. Es war schnell klar, dass es sich auch für meine Gedankengänge anwenden lässt. So wurde dann aus den vier Kernelementen Bestandsaufnahme, Planung, Durchführung und Kontrolle der persönliche Golforganisationskreislauf mit dem Namen Mission Possible. Warum? Weil durch die logische Verbindung der Inhalte ein Vorhaben vom Grunde her erfolgreich umgesetzt werden kann. Die Mission , besser zu golfen ist also mit der richtigen Systematik möglich.  Coole Aussicht!

 

 

Also ran an die Bestandsaufnahme des Golfspiels. In tabellarischer Form aufgeführt wurden die wichtigsten Komponenten des Golfspiels. Von der Vorbereitung bis zur Nachbereitung wurden die einzelnen Elemente aufgelistet und eine persönliche Bewertung des „eigenen Golf“ vorgenommen. Der zweite Schritt befasste sich mit einer angemessenen Planung, wie sich die einzelnen Komponenten verbessern lassen. In kurzen, knackigen Bewertungen konnte eine Art persönlicher  Plan entstehen.

 

 

Aufgrund der Eigenheiten des Golfspiels konnten Durchführung und Kontrolle nicht 1:1 von den Auflistungen der Bestandsaufnahme und Planung übernommen werden. Auf das Spiel angepasst bedeutete aber dies, gewisse Abläufe zu optimieren und sich z.B. über die Aufgaben auf der Runde bewusst zu sein. Verschieden strukturierte Denkmuster sollen also helfen, vernünftig über die Bahn zu kommen. Ihr macht prinzipiell nichts anderes, vielleicht nur nicht so strukturiert. Die Struktur soll – und das hat bei mir auch sehr gut geklappt – nach dem anlernen auch verinnerlicht und erfolgreich angewendet werden. Nun kommt es auch auf den Typus Mensch an, ob diese Struktur oder Teile davon dem eigenen Spiel helfen können.

 

 

Die Kontrolle konnte in Form einer komplexeren Scorekartenauswertung erfolgen. Die wichtigsten Elemente werden auf Dauer dokumentiert und verglichen. . Am Ende der Auswertung werden in Appellform drei Schwerpunkte herausgesucht, die es besser zu machen gilt. Es kristallisieren sich so Veränderungen durch Tagesform oder dauerhafte Verbesserung heraus. Die drei Punkte können durch mehr Beachtung im Spiel (z.B. Puttkonzentration) oder spezielles Training (z.B. Bunker) umgesetzt werden.

 

 

Und hilf es? Ich meine ja. Die Arbeit mit MP macht Freude, denn die positive Entwicklung ist schon spürbar. Natürlich katapuliert die Systematik einen nicht sofort zum Singlehandicapper. Das System wurde grundsätzlich auf Basis von Bogeygolf aufgebaut. Anpassungen sind in alle Richtungen aber denkbar. Mein Spiel wurde in der Entwicklung beständiger, stabiler und kontrollierbarer. Man lernt, sein Spiel besser zu verstehen und Stärken und Schwächen besser zu berücksichtigen. Auf Basis dieses stabilen Spiels fange ich an, länger zu werden, mehr Fairwaytreffer zu erzielen, mehr Grüns zu treffen und besser zu putten. Man wird gezwungen aufmerksamer zu sein und das macht sich positiv bemerkbar. Ohne Training. Ich wüsste auch sofort, welche Komponenten in welcher Reihenfolge mit oder ohne Trainer zu optimieren wäre, um eine weitere Verbesserung zu erzielen. Im Winter weiß ich genau, was ich wie trainieren muss.

 

 

Übrigens, Fabian Bünker war von der Systematik so angetan, dass er Mission Possible in seinem Blog „Up & Down“ vorstellen wollte. Auf www.fabianbuenker.de könnt Ihr weitere Details und Inhalte erfahren. Ihr findet die Vorstellung in drei Teilen >>>hier<<<.

 

 

Der Titel dort, „Wie man ohne Training besser wird“ bedeutet übrigens nicht, dass IHR persönlich nicht mehr trainieren sollt.  Jeder muss sein persönliches Golf kennen und die im Rahmen seiner Möglichkeiten die richtigen Maßnahmen ergreifen um besser zu werden. Logisch, oder? Ist Mission Possible auch!  Cheers, Carsten