Zählspiel und Matchplay. 2/2

Zählspiel und Matchplay. Teil 2.



Nachdem ich im letzten Eintrag meine Gedanken zum Zählspiel offenbart habe, möchte ich wieder zum Matchplay kommen. Ich liebe Matchplay habe ich in der Einleitung geschrieben und das ist auch so. Natürlich auf das Spiel bezogen. Was also fesselt mich und sehr viele andere Golfer an dieser Spielart Mann gegen Mann oder Team gegen Team im Vierer?

 


Das Matchplay historische Wurzeln hat, hatte ich bereits erwähnt. Früher spielte man Turniere so aus. Die historischen Wurzeln werden auch heute noch bei einigen Teamwettbewerben  gepflegt. Allen voran der Ryder Cup und seine Pendants. Darauf freut man sich immer wieder, weil diese Wettbewerbe aus dem sonstigen Einheitsbrei der Turniere herausstechen. Kürzlich hat Paul Lawrie „sein“ Matchplay-Wettbewerb  in Schottland veranstaltet. Es war klasse, auch wenn es ein Einzelwettbewerb gewesen ist und die ganz „großen“ Spieler nicht am Start gewesen sind.

 


Bei Teamwettbewerben wie dem Ryder Cup kommen immer besondere Konstellationen und Paarungen zustande. Die in den letzten Jahren erfolgreichen Europäer haben fast schon traditionell von der Fähigkeit profitiert, als Team wirklich zusammenzuwachsen und gemeinsam die Punkte einzufahren. Dies haben die Amerikaner in der letzten Zeit nicht so gut hinbekommen, auch wenn Sie über wirklich großartige Einzelspieler verfügen.

 


Und da kommen wir wieder zu dem Punkt, der das Matchplay ausmacht. Der mentale Bereich spielt beim Matchplay nochmal eine besondere Rolle. Beim Spitzengolf gehört dieser Bereich meist zur Grundausstattung der Strategen. Die Spieler bereiten sich mental auf Ihre Runden vor und ziehen diese dann (meist) nach Programm durch. In Matchplaysituationen allgemein, hat der direkte Gegner auch noch ein Wörtchen mitzureden.

 


Hier geht es in den klassischen Matchplaywettbewerben um das Gewinnen. Du oder ich. Klar, beim Ryder Cup kommt es auch auf die halben Punkte an, die geteilt werden können und dies ist in den besonderen Drucksituationen der Kontinentalvergleiche ebenfalls eine richtige Hausnummer. Beim Club- oder privaten Lochwettspiel geht es meist nicht um so viel. Mit den besonderen Situationen muss man jedoch besser klarkommen als der Gegner oder Mitbewerber.

 


Diesen Gegner muss man mit seinem Spiel und seiner Psyche immer zusätzlich im Auge behalten. Oftmals sind es nur einzelne Schläge an der richtigen Stelle, die über Sieg und Niederlage entscheiden können. Das Kämpfen und Aufholen von Rückständen ist genauso gefragt, wie das Verwalten von Führungen. Auch die richtigen Momente abwarten können ist eine Matchplaytugend. Situationen erkennen, kein unnötiges Risiko eingehen und im richtigen Moment die richtige Entscheidung treffen können.

 


Das zusätzlich fordernde Spiel mit der eigenen Psyche oder der des Gegners hat für mich etwas ganz besonderes! So habe ich spielstarke Gegner erlebt, die mich normalerweise nass gemacht hätten und auf der Runde oft oder an den falschen Stellen unglückliche Entscheidungen getroffen haben. Selbst ist man ja auch nicht immer gut drauf und muss in dieser Situation 1 gegen 1 bestehen.

 


Das ist zweifelsohne das Salz in der Suppe dieser eh schon schwierigen Sportart und deshalb einfach klasse! Auch in kleinen privaten Matches kann man so wunderbar seine mentale Ebene trainieren und um das Getränk nach der Runde spielen. Der natürliche  Spieltrieb des Menschen wird auch hier nochmal zusätzlich ausgelebt – wie bei anderen Spielen in denen es um Gewinnen und Verlieren geht.  Es ist etwas anderes, einen Gegner direkt zu schlagen, als in einem Turnier mit über 60 Leuten Sechster oder Zehnter zu werden. Selbst wenn man das Turnier gewinnt, kommt man selten in die Situationen, die das Matchplay ausmachen.



 golf your life! Cheers, Carsten


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